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Die Kärntner Regionen im Aufbruch

Regionalpolitische Ansätze sowie Ziele und Maßnahmenvorschläge
des Masterplans Ländlicher Raum Kärnten

Im neuen Kärntner Jahrbuch für Politik 2021 durfte ich einen Kurzbeitrag publizieren. Der gesamte Beitrag kann von der Homepage des Herausgebers geladen werden (siehe Link am Schluss).

Ausgangslage und Problemstellung

Das Bundesland Kärnten ist von allen Bundesländern Österreichs am stärksten vom demographischen Wandel betroffen. Laut Einschätzung der Statistik Austria wird das Bundesland bis 2050 prognostiziert rund − 21.470 Personen verlieren (− 3,84 Prozent). Dieser Schrumpfungsprozess ist mit weitreichenden negativen Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft verbunden.

Von den 132 Gemeinden Kärntens hätten lediglich 27 eine positive Bevölkerungsentwicklung, gerade einmal 20 Prozent. 105 Gemeinden würden mitunter erhebliche Verluste hinnehmen müssen. Die errechneten Werte zeigen bis zu −30 Prozent und mehr an möglichem Bevölkerungsschwund für einzelne Gemeinden. Von den 27 Wachstumsgemeinden befinden sich 22, d. h. über 80 Prozent, in der wirtschaftlich stärksten Teilregion Kärntens, dem Kärntner Zentralraum (Villach-Klagenfurt). Die Prognosen zeigen eine Unausgewogene und damit wenig resiliente Landesentwicklung auf.

Diese enormen regionalen Entwicklungsunterschiede in Kärnten lösen wiederum weitere mögliche Abwanderungstendenzen von vermehrt ländlichen in wachstumsstarke Gebiete aus. Ein sich selbst verstärkender negativer Teufelskreis aus Abwanderung, Verlust an Betrieben, sinkender wirtschaftlicher Dynamik, sinkender kommunaler Finanzkraft, Verlust und Verfall von Infrastruktur, schwindenden Sozialstrukturen, einem zunehmenden Imageverlust der Gebiete oder einer weiteren Entkopplung von Innovationsprozessen könnte damit in Gang gesetzt werden. Auch ein sinkender Zukunftsoptimismus ist in vielen ländlichen Gebieten Kärntens bereits beobachtbar. Aussagen wie „Bei uns gibt es nichts mehr!“, „Bei uns geht nichts mehr!“ oder „Warum tut der sich das noch an!?“ sind Beispiele dafür. Der Ländliche Raum Kärntens am Scheideweg?

Forcierung von Gegenmaßnahmen

Der Masterplan Ländlicher Raum Kärnten stellt ein gemeinsames mit sämtlichen Regionen Kärntens erstelltes Strategiepapier dar. In sechs polizivilen Regionalworkshops mit über 400 Teilnehmer*innen wurden Ziele und Maßnahmenvorschläge zur Stärkung ländlicher Gebiete in Kärnten entwickelt. Der Masterplan bildet damit die strategische Grundlage für eine koordinierte und kooperative Regionalentwicklung in Kärnten. Im Zentrum eines solchen Entwicklungsdenkens steht das demokratische Prinzip der Gleichwertigen Lebensverhältnisse“. Der Zugang zu Arbeit und Einkommen, Bildung, Gesundheitsversorgung und Pflege, hoher Umweltqualität oder Infrastruktur sollte demnach sämtlichen Bewohner*innen eines Gebietes in relativ gleich gutem Ausmaß zur Verfügung stehen.

Download des gesamten Buchbeitrages: https://www.jahrbuchkaernten.at/fileadmin/user_upload/Jahrbuch_Politik_2021.pdf

Download Masterplan Ländlicher Raum Kärnten: https://www.ktn.gv.at/Verwaltung/Amt-der-Kaerntner-Landesregierung/Abteilung-10/Publikationen/Masterpl%C3%A4ne